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	<title>Quantenmeinung</title>
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	<description>Meinungen eines Quantenmechanikers</description>
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		<title>Fliegen und die Angst vor Google</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 16:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Das schönste an Flugreisen ist eindeutig der Start. Das Gefühl, wie das Flugzeug immer schneller wird und schließlich abhebt, ist für mich jedes Mal ein Abenteuer. Auch wenn ein Landeanflug bei schönem Wetter oft viel bessere Blicke auf die Welt &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/03/fliegen-und-die-angst-vor-google/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das schönste an Flugreisen ist eindeutig der Start. Das Gefühl, wie das Flugzeug immer schneller wird und schließlich abhebt, ist für mich jedes Mal ein Abenteuer. Auch wenn ein Landeanflug bei schönem Wetter oft viel bessere Blicke auf die Welt gewährt, kann die Landung nicht wirklich mit dem Start mithalten.</p>
<p>Eine weitere schöne Sache am Fliegen ist die Horizonterweiterung. Man kommt etwas weiter als zum Beispiel mit dem Zug oder dem Fahrrad und man liest Magazine, die man im Kiosk nicht einmal angucken würde. Gerade ist mir ein Heft namens „<a href="http://www.wuv.de">Werben und Verkaufen</a>“ in die Hände gefallen, das mit der Titelstory „Werber fürchten Datenmonster Google“ meine Aufmerksamkeit erweckte.<span id="more-185"></span></p>
<p>Google ein Datenmonster? Das Thema beschäftigte mich gerade auf Twitter, wo mich die prominente Nutzerin und Piratin <a href="http://twitter.com/afelia">@Afelia</a> um ein Beispiel für die von mir behauptete vorbildliche Transparenz von Google bat. Meine Antwort stieß natürlich bei einem anderen Twitterer auf Protest: Ich nannte die <a href="http://www.google.de/policies/privacy/">neuen Datenschutzrichtlinien</a>.</p>
<p>Zu meinem Erstaunen schließt sich der Autor des Googleartikels im Werbemagazin meinem Urteil an. Er bezeichnet die Datenschutzrichtlinie als „durchaus vorbildlich“. Die Bezeichnung Google als Datenmonster leitet sich über die Tatsache ab, dass Google Daten über sogenannte Cookies sammelt. Google als das Cookies liebende Krümelmonster.</p>
<p>Vorbildlich transparent finde ich die Datenschutzlinie, weil sie verständlich ist. Google sagt uns genau, wofür es die Daten braucht und gibt Beispiele für den Einsatz. Daten, die über verschiedene Dienste gewonnen werden, darf Google jetzt verknüpfen. Fast alle Dienste teilen dieselbe Datenschutzbestimmung. Außerdem vorbildlich ist, dass ich über das sogenannte Dashboard jederzeit Überblick über die personengebundenen Daten habe und sie dort auch editieren oder löschen kann. Ferner kann ich alle Daten, die ich auf Google+ hinterlegt habe, jederzeit für den eigengebrauch herunterladen. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber bei dem größten Mitbewerber nicht.</p>
<p>Mein Diskussionsgegner auf Google (nicht @Afelia) widersprach mir: Er habe gar kein Google-Profil, nutze nur die Google-Suche und könne nicht auf die über ihn gespeicherten Daten verfügen oder sie jederzeit einsehen. Das ist zwar korrekt aber leider nicht zu ändern. Schließlich sind Nutzer, die Google unangemeldet nutzen für die Suchmaschine nur anonyme Nummern (entweder IP-Adressen oder automatisch vergebene Cookie-Nummern). Natürlich kann ich nicht erwarten, dass Google die Informationen, die es über eine bestimmte IP-Adresse hat, einfach so herausrückt. Wie soll ich beweisen dass ich und nur ich diese IP-verwendet habe und so nicht an Daten eines dritten komme?</p>
<p>Google zu verbieten, anonyme Statistiken über Suchanfragen zu führen und dabei auch die Reaktion auf einzelne Angebote über Cookies oder IP zu verfolgen, halte ich für nicht zielführend. Wollte man das tun, so müsste das Statistikverbot auch für alle anderen Websites gelten. Ich kenne einige Seitenbetreiber, die Statistiken über das Surfverhalten ihrer Besucher mit der Software <a href="http://piwik.org/">Piwik</a> erstellen.</p>
<p>Man ist halt interessiert, wie viele Besucher kommen, wie lange sie bleiben, welche Seiten sie anklicken und über welchen Suchbegriff sie die Webpräsenz gefunden haben. Wollte man es Google und den anderen Großen verbieten, dann müsste auch den kleinen Seitenbetreibern das Erstellen von Statistiken verboten werden. Schließlich ist es bei einem überschaubaren Blog viel einfacher, das Surfverhalten einer einzelnen Personen zuzuordnen, als bei einer Seite mit zehntausenden Zugriffen pro Tag.</p>
<p>Die Anfertigung anonymer Statistiken ist, bei allem Verständnis für Verfolgungsängste, kein Eingriff in die Privatsphäre. Es ist keine Sammlung personengebundener Daten. Das wird es erst, wenn ich bei meinem Google-Account angemeldet bin und die Suchmaschine benutze. In dem Moment ist es Google technisch möglich, mein privates Surfverhalten zur Optimierung der <a title="Nicht ohne meine Werbung" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/nicht-ohne-meine-werbung/">personalisierten Werbedarstellung</a> zu verwenden.</p>
<p>Einen Fehler macht der Autor des erwähnten Artikels: Er behauptet Google hole sich schon mit der Nutzung der Googlesuche „die umfangreiche Einverständniserklärung für alle Plattformen“ ab. Das könnte man so sehen, ist aber Gegenstandslos, wenn ich die übrigen Plattformen gar nicht nutze.</p>
<p>Nochmal: Die Datenschutzbestimmungen greifen überhaupt nur für angemeldete Nutzer, denn nur für diese kann Google die Daten überhaupt mit anderen Diensten verknüpfen.</p>
<p>Interessant an dem Artikel ist auch eine schöne Übersicht über Google Marktanteile an unterschiedlichen. Marktführend ist Google in Deutschland nur bei der Suche und über Youtube im Video-Segment. Bei den sozialen Netzwerken und e-mail liegen Googles Marktanteile unter 10%, bei Karten immerhin bei 45%. Google ist also zwar ein großer Marktteilnehmer aber sicher nicht unumgehbar.</p>
<p>Mein Rat bleibt daher: Wenn euch Google suspekt ist, probiert die Mitbewerber aus.</p>
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		<title>Die Zielgruppe &#8211; Für wen schreibe ich?</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 08:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[In vielen Kursen, Büchern, Ratgebern zum Schreiben findet man den Tipp, sich möglichst klar eine Zielgruppe vorzustellen. Schreiben könne man nur, wenn man eine klare Vorstellung hat, wer die Leserinnen und Leser sind. Ich habe mich auf der Zugfahrt vom &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/03/die-zielgruppe-fur-wen-schreibe-ich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In vielen Kursen, Büchern, Ratgebern zum Schreiben findet man den Tipp, sich möglichst klar eine Zielgruppe vorzustellen. Schreiben könne man nur, wenn man eine klare Vorstellung hat, wer die Leserinnen und Leser sind.</p>
<p>Ich habe mich auf der Zugfahrt vom <a href="http://www.scilogs.de/artikel/1144239">Bloggertreffen in Deidesheim</a> nach Hamburg mit <a href="http://www.scilogs.de/chrono/blog/con-text">Dierk</a> darüber ausgetauscht. Ist es wirklich nötig, für eine Zielgruppe zu schreiben? Oder schreiben wir eh alle nur für uns selbst? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Vor allem, wenn es sich um einen Blog handelt.<span id="more-171"></span></p>
<p>Bei einem Buch ist es wichtig, die Leserschaft von der ersten bis zur letzten Seite zu halten. Man kann es sich im allgemeinen nicht leisten, den Anspruch mitten im Buch zu wechseln. Bei einer Steigerung des Niveaus würde man die Leserinnen und Leser abhängen und bei einer erheblichen Senkung würde man sie langweilen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Ein bekanntes<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0716703440/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=quantenwelt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0716703440"> Lehrbuch zur allgemeinen Relativitätstheorie</a> führt zwei verschiedene Kurse parallel. Es gibt einen Kurs, der die schwereren Kapitel überspringt und so einen Überblick gewährt, und einen fortgeschrittenen Kurs, der alle Details enthält.</p>
<p>Im Web sieht die Welt aber anders aus. Menschen lesen einem Webauftritt selten von vorne bis hinten durch. Niemand wird <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt">meinen Blog</a> Artikel für Artikel in chronologischer Reihenfolge durchlesen. Niemand kann die <a href="http://www.quantenwelt.de/">Quantenwelt.de</a> in einem Zug durchlesen, da es sich um einen vernetzten Text ohne klare Linie handelt. Wie geht man hier mit der Leserschaft um, welche Zielgruppe soll man ansprechen?</p>
<p><a href="http://www.quantenwelt.de/">Quantenwelt.de</a> finden Leserinnen und Leser hauptsächlich über Suchmaschinen. Sie geben einen Suchbegriff ein und kommen direkt auf die Seite, die sich um diesen Suchbegriff kümmert. Daraus folgen zwei Punkte: Erstens muss jede Seite unabhängig sein. Sie sollte ihre eigene kurze Einleitung haben und schnell zum Thema kommen. Zweitens kann sich das Niveau an das Thema orientieren. Wer den <a href="http://www.google.de/#q=verschr%C3%A4nkte+Teilchen">Suchbegriff &#8220;Verschränkte Teilchen&#8221;</a> kennt, bringt vermutlich einiges Interesse an Quantenmechanik mit. Wer dagegen <a href="http://www.google.de/#q=Energie">&#8220;Energie&#8221; sucht</a>, wird eine Erklärung auf Basis von klassischer Physik erwarten. Die Quantenwelt.de ist ein Hypertext, eine Art persönliches Lexikon. Es steckt viel meiner eigenen Weltanschauung und Denkweise drin, aber es bleibt eine Sammlung von Begriffsklärungen.</p>
<p>Etwas anders verhält es sich bei dem Text auf <a href="http://www.xn--relativittsprinzip-ttb.info/">Relativitätsprinzip.info</a>. Hier steckt ein Programm dahinter. Nämlich die Relativitätstheorie auf Basis eines klassischen Verständnisses von Physik zu motivieren. Die einzelnen Seiten bauen aufeinander auf. Auch hier bekomme ich viele Besucher über Suchmaschinen, so dass jede Seite ihre kurze Einleitung bekommt. Ich gehe aber im Prinzip davon aus, dass die Inhalte der vorherigen Seiten jeweils bekannt sind.</p>
<p>Zuletzt frage ich mich, wer eigentlich die Leserinnen und Leser meines <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt">Blogs Quantenwelt</a> sind. Einige kommen von den <a href="http://www.spektrum.de/">Seiten von Spektrum der Wissenschaft</a>. In den ersten Stunden nach Veröffentlichung erscheint jeder Artikel auf den Spektrum.de Seiten und lockt Menschen an, die sich wohl schwerpunktmäßig für populäre Naturwissenschaft interessieren. Ich könnte meinen Blog also auf die Zielgruppe des typischen Spektrumlesers, der typischen Spektrumleserin ausrichten. Nur habe ich natürlich nur ein Vorurteil aber keine objektive Kenntnis über diese Zielgruppe. Außerdem sind das ja nicht die einzigen, nicht einmal die meisten Leserinnen und Leser.</p>
<p>Ein weiterer Teil der Leserschaft hat meinen Blog über einen Feed-Reader abonniert. Wer sich dafür interessiert, was der <a href="http://www.joachimschulz.de/">Physiker Joachim Schulz</a> zu wissenschaftlichen Themen schreibt, kann den Feed meines Scilogs-Blogs abonnieren. Wer sich außerdem für meine Meinungen interessiert, kann zusätzlich diesen privateren Blog abonnieren.</p>
<p>Seit ich mein Blog aktiv auf <a href="http://twitter.com/quantenwelt">Twitter</a> und <a href="http://www.facebook.com/Quantenwelt.de">Facebook</a> bekanntmache, kommen viele Besucher von den sozialen Netzwerken. Hier gibt es die Möglichkeit dass meine Facebook-Friends und meine Twitter-Follower die Artikel heraussuchen können, für die sie sich interessieren, und diese dann ihren Friends und Followern weiterempfehlen. Das ist die herausragende Leistung von sozialen Medien: Sie schaffen dynamische Wege zur Verbreitung von Inhalten.</p>
<p>Es macht gar nichts mehr aus, dass alle meine Artikel unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Meine Genderartikel werden einfach von anderen Menschen weiterempfohlen werden als meine Mathematikartikel. Und wenn ein Artikel mal uninteressant ist, dann empfiehlt sie halt niemand weiter.</p>
<p>Ich bin glücklich über meine Twitter-Follower und freue mich, dass unter ihnen Natur- und GeisteswissenschaftlerInnen, Studierende und Professoren und auch Menschen mit richtigen Jobs sind. Ich sehe die Frage nach der Zielgruppe entspannt. Nicht ich suche mir meine Leserschaft. Die Leserinnen und Leser finden (hoffentlich) die Texte, für die sie sich interessieren.</p>
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		<title>Facebook ist kein Wohnzimmer</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 10:27:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kommt kaum noch durch die täglichen Nachrichten, ohne Warnungen über die Dienste des Internets zu bekommen. Internetsucht ist in aller Munde und Menschen machen sich sorgen, dass das virtuelle Leben das reale bedrohen könnte. Es wird von virtuellen Räumen, &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/03/facebook-ist-kein-wohnzimmer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kommt kaum noch durch die täglichen Nachrichten, ohne Warnungen über die Dienste des Internets zu bekommen. Internetsucht ist in aller Munde und Menschen machen sich sorgen, dass das virtuelle Leben das reale bedrohen könnte. Es wird von virtuellen Räumen, von der Netzgemeinde und von Shitstürmen berichtet.</p>
<p>Mich erfüllt das mit Sorge. Aber nicht mit der Sorge um ein allmächtiges Netz, das uns alle auf die eine oder andere Weise bedroht. Sorgen macht mir, dass kaum differenziert berichtet wird.<span id="more-166"></span></p>
<p>Nehmen wir mal Facebook. Bei den Scilogs bin ich letztens auf einen Bericht gestoßen, der sich <a href="http://www.scilogs.de/chrono/blog/gute-geschafte/allgemein/2012-02-16/facebook-und-die-falschen-freunde">kritisch mit dem Einfluss von Facebook beschäftigt</a>. Facebook sei, so war da zu lesen, für einige Jugendliche die Welt, so real wie das wirkliche Leben. Ich kann nicht ausschließen, dass es vereinzelt Jugendliche gibt, die Facebook tatsächlich mit der Welt verwechseln, aber das wäre dann eine ernsthafte Erkrankung. Nehmen wir „die Welt“ lieber als Metapher für „sehr wichtig“. Natürlich ist Facebook für Jugendliche wichtig.  Aber das ist nicht neu.</p>
<p>Als es Facebook noch nicht gab, telefonierten Jugendliche oft stundenlang nach Schulschluss. Ich kann mich noch lebhaft an Eltern erinnern, die über die hohen Telefongebühren stöhnten und sich nach einem Zweitanschluss sehnten, weil die Tochter den ganzen Tag mit ihrer besten Freundin am Telefon hing. Damals, als ISDN noch gefragt war und die meisten einen analogen Telefonanschluss hatten.</p>
<p>Heute telefonieren Jugendliche noch immer, wenn sie sich zu zweit austauschen möchten. Aber ein großer Teil der Kommunikation läuft über Facebook. Das ist nicht der Untergang der Welt. Das ist einfach ein zweiter, breiterer Nachrichtenkanal.</p>
<p>Nun hat Facebook tatsächlich Features, die sich von den klassischen Nachrichtenkanälen deutlich unterscheiden. Ein Kommentator auf Scilogs verglich Facebook mit einem virtuellen Wohnzimmer ohne Gardienen. Die Weltöffentlichkeit kann direkt in die privaten Räume der Facebooknutzer hineinsehen. Dieses Bild hat mit der Wirklichkeit kaum etwas zu tun. Ich möchte es mal gedanklich aufteilen. In den Aspekt der Weltöffentlichkeit und den Aspekt des Wohnzimmers.</p>
<h1>Weltöffentlichkeit</h1>
<p>Dass Facebook ermöglicht, weltweit aufrufbare Nachrichten ins Netz zu stellen, ist eine Tatsache. Aber interessiert sich die Weltöffentlichkeit überhaupt dafür? Wie groß ist die Reichweite solch einer Nachricht? Das hängt sicher von ihrem Inhalt ab. Persönliche Botschaften, dürften kaum über eine überschaubare Leserschaft hinauskommen. Eine persönliche Indiskretion wird sich über Facebook nur wenig weiter verbreiten, als wenn sie als Gerücht auf dem Schulhof die Runde macht. Die allermeisten Facebooknutzer und –nutzerinnen werden sie nicht zu Gesicht bekommen. Anderen dürfte sie nicht interessieren.</p>
<p>Facebook wird wegen der erreichbaren Öffentlichkeit gern als schlimmes Mobbinginstrument beschrieben. Ich habe große Zweifel, ob Facebook tatsächlich Mobbing verschlimmert. Natürlich soll man Mobbing nicht verharmlosen. Wenn Mobbing auf Facebook sichtbar wird, müssen Eltern, Lehrer und andere eingreifen. Aber vielleicht sollten wir hier auch die Chancen sehen. Die Öffentlichkeit erleichtert den Mobbern ihre Aktivität kaum. Das ging auch auf dem Schulhof gut. Sie könnte es aber den Opfern erleichtern, Hilfe zu bekommen.</p>
<p>Kommen wir zu nicht persönlichen Informationen. Solchen, die wir veröffentlichen wollen. Interessant ist hier, ob Facebook wirklich zur Verbreitung von Botschaften geeignet ist. Facebook hat einen Filter, der uns die wichtigsten Nachrichten zeigt und die anderen zurückhält oder zumindest weiter unten darstellt. Was Facebook für wichtig hält, ist dabei von unserem früheren Verhalten abhängig. Neue, überraschende Nachrichten von Menschen, mit denen wir vorher keinen Kontakt hatten, haben eine eher geringe Chance uns zu erreichen. Umgekehrt bedeutet das, dass meine Facebook-Botschaften zu einem wesentlichen Teil die Menschen erreichen, die ich auf anderem Wege auch erreichen könnte.</p>
<p>Facebook macht die Verbreiterung von Informationen an meine Bekannten einfacher. Und es erleichtert es meinen Bekannten, ihre Bekannte auf die Inhalte hinzuweisen. Das ist eine gute Sache. Wunder bewirkt es  nicht. Facebook macht mich nicht zu einem Medienstar mit internationaler Reichweite.</p>
<h1>Wohnzimmer</h1>
<p>Facebook hat so viel mit meinem Wohnzimmer zu tun, wie Telefonieren mit meiner Stimme. Das Bild von Facebook als Wohnzimmer erweckt den Eindruck, Facebook enthülle das private Leben von Menschen. Tatsächlich enthält Facebook aber gerade nur das öffentliche Leben der Personen. Jedes einzelne Detail, das auf Facebook über mich zu finden ist, wurde von mir oder einer mir bekannten Person dort eingestellt. Das gilt auch für Menschen, die sehr viel, scheinbar ihr ganzes Leben veröffentlichen.</p>
<p>Diese Einsicht ist wichtig, wenn man Facebook verstehen möchte und nicht unnötig Panik verbreiten will. Sie zeigt nämlich, dass der bewusste Umgang mit Facebook erlernbar ist. Wenn mehr über eine Person bei Facebook zu erfahren ist, als diese möchte, dann ist das nicht ein Systemfehler von Facebook. Es ist ein Bedienfehler. Irgendjemand hat die Information veröffentlicht.</p>
<p>Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir Kommunikationsplattformen im Internet oder anderswo dämonisieren. Facebook ist nicht böse und es nimmt uns nicht die Handlungsfreiheit. Im Gegenteil: Es schafft Handlungsfreiheiten, mit denen wir alle umzugehen lernen können.</p>
<p>Sicher kann man von den Facebook-Betreibern erwarten, uns das Leben nicht unnötig zu erschweren. Indem sie es ermöglichen, Informationen zu löschen. Indem sie helfen Missbrauch aufzuspüren und zu unterbinden. Aber das sollte nicht auf Kosten der Brauchbarkeit dieses Kommunikationskanals gehen. Es gibt Risiken von öffentlicher Kommunikation, die unvermeidbar sind. Deshalb auf Kommunikationskanäle zu verzichten, wäre dumm.</p>
<h1>„Das Netz vergisst nie“</h1>
<p>Auf ein Risiko von Kommunikation möchte ich besonders eingehen. Als verteiltes Netzwerk aus Speichermedien hat das Internet die Möglichkeit, jede Art öffentlicher Kommunikation auf lange Zeit abrufbar zu machen. Einmal veröffentlichte Information wird von Suchmaschinen indexiert, von Internet-Archiven gespeichert und von Newsfeeds weitergereicht. Dieses Verhalten des Netzes ist erwünscht. Es macht ein Weltumspannendes Kommunikationssystem erst nutzbar.</p>
<p>Ein unvermeidlicher Nebeneffekt ist, dass der Sender einer Nachricht schnell die Kontrolle über die Nachricht verliert. Wir können eine Veröffentlichung nur begrenzt der Öffentlichkeit entziehen. Was einmal von einem Menschen gelesen und zur Kenntnis genommen wurde, können wir diesem nie wieder entziehen. In Gehirnen lässt sich nichts löschen. Bei Computern ist das etwas anders. Die können im Prinzip vollständig vergessen. Aber wenn die Information  erst mal verbreitet ist, wird das sehr aufwendig und ist den Betreibern der Dienste nicht immer zuzumuten.</p>
<p>Die Suchmaschine Google bietet die Möglichkeit an, Inhalte löschen zu lassen. Aber auch sie macht sich nicht die Mühe, alle ihre Backup-Bänder aus dem Keller zu holen und nach der zu löschenden Botschaft abzusuchen. Facebook scheint gelöschte Inhalte zwar nicht mehr anzubieten, sie aber weiterhin leicht abrufbar zu speichern. Da müsste nachgebessert werden. Es ist dem Betreiber durchaus zumutbar, in den aktuellen Datenspeichern zu löschen. Es ist aber nicht möglich, jedem Verbreitungskanal nachzuspüren und von den zu löschenden Daten zu befreien.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Der Kampf um die Datenhoheit ist unsinnig, wenn wir die Daten zuvor selbst in Umlauf gebracht haben. Wir müssen mit der Datenhygiene früher anfangen. Wir müssen den Zugang zum öffentlichen Medium Internet verantwortungsvoll nutzen. Wir haben es gelernt, die Vorteile zu genießen. Wir müssen lernen, die Risiken zu beherrschen. Das gilt für alle, die an der Kommunikation im Netz teilnehmen und für alle Eltern, die ihren minderjährigen Kindern die Teilnahme ermöglichen.</p>
<p>Vor allem aber sollten wir mit den unsinnigen Metaphern aufhören. Facebook ist kein Wohnzimmer. Facebook ist&#8230; Facebook.</p>
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		<title>Domain-Ausdünnung</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 12:20:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang der 2000er, also in den Nullerjahren, habe ich eine Menge Domains gesammelt. Neben meinen aktiven Domains Quantenwelt.de und Relativitätsprinzip.info gibt es eine ganze Wolke von Domains, die irgendwie darauf verweisen. Das schien mir damals sinnvoll. So haben Domainregistrare damit &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/03/domain-ausdunnung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang der 2000er, also in den Nullerjahren, habe ich eine Menge Domains gesammelt. Neben meinen aktiven Domains <a href="http://www.quantenwelt.de/">Quantenwelt.de</a> und <a href="http://www.xn--relativittsprinzip-ttb.info/">Relativitätsprinzip.info</a> gibt es eine ganze Wolke von Domains, die irgendwie darauf verweisen. Das schien mir damals sinnvoll. So haben Domainregistrare damit geworben, man solle zu einer .de-Domain mindestens noch die .com und möglichst alle möglichen Tippfehlerdomains dazubestellen.<span id="more-161"></span></p>
<p>Tatsächlich machten Domainsammler eine Zeit lang gute Geschäfte nur damit, ähnlich klingende Domains zu irgendwelchen Marken zu schalten und Werbung für Surfende zu schalten, die sich bei manueller Eingabe der Domain vertippt haben.</p>
<p>Aber mal ehrlich: Meine Domains sind kleine Nischenprodukte für Menschen, die sich über Quantenmechanik und Relativitätstheorie informieren möchten. Und wer tippt heute noch Domains von Hand ein? Wer die Quantenwelt schon besucht hat, wird von ihrem/seinem Browser schnell die korrekte Ergänzung angezeigt bekommen. Und wer Quantenwelt noch nicht kennt, wird über einen Link oder über eine Suchmaschine kommen.</p>
<p>Ich habe mich also entschlossen, viele meiner Satellitendomains freizugeben. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil es bald vermutlich eine Vielzahl neuer Toplevel-Domains geben wird. Also neue Begriffe hinter dem Punkt. Der Domainname hat meines Erachtens einen Großteil der Bedeutung verloren, die er noch in den Neunzigern und Nullern hatte. Ich werde mein Domain-Portfolio ausdünnen. Die Inhalte bleiben, aber das Gewirr an Domains wird aufgelöst.</p>
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		<title>Konstruktivismus ist auch für Physiker interessant</title>
		<link>http://www.quantenmeinung.de/2012/02/konstruktivismus-fur-physiker/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 20:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Konstruktivismus, ist das nicht der Standpunkt, nach dem alle Naturgesetze nur Konstrukte sind? Menschgemachte und damit austauschbare Gedankengebilde, denen keine Entsprechung in der Realität gegenübersteht? Genau. Und diesen Standpunkt finde ich gar nicht so verkehrt. Mir ist wieder ein altes &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/konstruktivismus-fur-physiker/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Konstruktivismus, ist das nicht der Standpunkt, nach dem alle Naturgesetze nur Konstrukte sind? Menschgemachte und damit austauschbare Gedankengebilde, denen keine Entsprechung in der Realität gegenübersteht? Genau. Und diesen Standpunkt finde ich gar nicht so verkehrt.<span id="more-154"></span></p>
<p>Mir ist wieder ein altes Buch mit dem Titel <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492211658/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=quantenwelt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492211658">Einführung in den Konstruktivismus</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=quantenwelt-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3492211658" alt="" width="1" height="1" border="0" /> in die Hände gefallen. Im ersten Abschnitt erklärt Ernst von Glasersfeld die Konstruktion der Wirklichkeit, wie sie sich dem radikalen Konstruktivisten darstellt und bleibt damit erstaunlich fest auf dem Boden der Tatsachen. Der Konstruktivismus ist nicht so abgefahren, wie viele Naturwissenschaftler glauben.</p>
<p>Von Glasersfeld verwendet im Wesentlichen zwei Bilder zur Verdeutlichung seines erkenntnistheoretischen Standpunktes. Der erste ist die Evolution. Ich habe schon in einem früheren <a title="Evolution oder Gender? Beides!" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/evolution-oder-gender-beides/">Beitrag darauf hingewiesen, dass Evolution keineswegs zielgerichtet</a> die bestmöglichen Lebewesen erzeugt. Evolution funktioniert durch negative Selektion. Was nicht passt, wird ausgemerzt.</p>
<p>Ebenso funktioniert nach von Glasersfeld die Erlangung von Erkenntnis. Theorien werden ohne Bezug auf eine äußere Wirklichkeit konstruiert und müssen sich dann an Wahrnehmungen und in der Wissenschaft an Experimenten bewähren. Theorien, deren Aussagen mit der Wahrnehmung kollidieren, die also nicht passen, werden ausgemerzt und durch bessere Theorien ersetzt. Aber über die verbliebenen Theorien wissen wir nicht mehr, als dass sie sich bisher stets bewährt haben. Nichts garantiert, dass irgendeine Theorie etwas mit Wirklichkeit zu tun hat. Ja, nicht einmal die Existenz von Wirklichkeit ist garantiert.</p>
<p>Das zweite Beispiel von Glasersfelds ist eine Art modifiziertes Höhlengleichnis. Er beschreibt einen blinden Läufer im Wald. Dieser kann sich nur auf seinen Tastsinn verlassen und wird Steine und Bäume nur als Hindernisse wahrnehmen. Sein Bild vom Wald bleibt stets unvollständig, dennoch wird seine Theorie vom Wald mit jedem Durchgang konkreter. Er wird den Weg immer besser finden. Er kann aber auch ganz unterschiedliche Wege finden und es gibt Realitäten des Waldes, die ihm immer verschlossen bleiben.</p>
<p>So ist Wissenschaft. Unsere Experimente geben uns gewisse Hinweise von der <em>Welt da draußen</em>, sie geben uns aber nie Gewissheit, dass unsere <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt/allgemein/2011-04-21/halten-sie-sich-bitte-an-die-naturgesetze">Naturgesetze</a> die Wirklichkeit abbilden. Unsere Theorien versuchen aber den Wald zu beschreiben. Fast alle unsere Theorien beschreiben viel mehr als nur Messergebnisse. Einer meiner Theorieprofessoren sagte mal, mit Messergebnissen könne man Telefonbücher vollschreiben, dafür würde sich niemand interessieren. Was interessiert sind Theorien.</p>
<p>Theorien enthalten aber auch verbindende Elemente wie Felder und Wellenfunktionen, die man nicht direkt messen oder wahrnehmen kann. Damit enthalten sie neben Physik auch eine gute Portion dazugedachtes, Metaphysik wenn man so will.</p>
<p>Es macht also Sinn, die Theorien der Physik als Konstrukte zu bezeichnen. Aber die Formulierung <em><strong>nur</strong> Konstrukte</em> aus dem einleitenden Satz stimmt nicht. Konstrukte ist alles, was wir kriegen können. Die Wirklichkeit, falls es sie gibt, bekommen wir nicht zu fassen. Wir können natürlich annehmen, dass es sie gibt. Sehr erfolgreiche Physiker waren fest davon überzeugt, dass es eine Wirklichkeit gibt, die mathematisch erfassbar ist und der wir uns durch unsere Theorien annähern. Aber beweisen werden wir es nie können. Die Wirklichkeit bleibt Metaphysik. Physik ist die Lehre von den Wahrnehmungen.</p>
<p><strong>Anmerkung</strong></p>
<p>Dies ist die eine Hälfte eines Doppelblogs. Über das selbe Thema habe ich zugleich <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt/allgemein/2012-02-21/von-evolution-zum-konstruktivismus">einen zweiten Text auf Scilogs</a> verfasst.</p>
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		<title>Physiker auf Bildungsmesse</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 18:51:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Um Bildungschancen ging es im letzten Satz meines letzten Bolgbeitrags. Das ist kein Zufall. Ich bin mit einer Pädagogin verheiratet und interessiere ich mich sehr für Bildung und wie man sie an die nächste Generation weitergeben kann. Bildung ist vielleicht &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/physiker-auf-bildungsmesse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um Bildungschancen ging es im letzten Satz <a title="Kinder kriegen die Leute sowieso" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/kinder-kriegen-die-leute-sowieso/">meines letzten Bolgbeitrags</a>. Das ist kein Zufall. Ich bin mit einer Pädagogin verheiratet und interessiere ich mich sehr für Bildung und wie man sie an die nächste Generation weitergeben kann. Bildung ist vielleicht auch die Motivation meines Bloggens. Nicht nur die Bildung anderer, sondern meine eigene Weiterbildung betreibe ich auf diesem Blog und auf meinem <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt">Hauptblog Quantenwelt</a>.</p>
<p>Samstag war ich mit meiner Frau auf der <a href="http://www.didacta-hannover.de/">Bildungsmesse Didacta in Hannover</a> und habe mich über Bildung weitergebildet.<span id="more-130"></span></p>
<div id="attachment_134" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.quantenmeinung.de/wp-content/uploads/2012/02/2012-02-18_didacta12_1_1200x900.jpg"><img class="size-medium wp-image-134 " title="2012-02-18_didacta12_1_1200x900" src="http://www.quantenmeinung.de/wp-content/uploads/2012/02/2012-02-18_didacta12_1_1200x900-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kitamöbel sollten für Kinder, nicht für Erwachsene bequem und erreichbar sein.</p></div>
<p>Kitamöbel nahmen einen großen Bereich in der ersten von uns besuchten Halle ein. Das ist spannender als es klingt. Zeigt es doch, wie sehr die Kita für Kinder ein Ort sein kann, an dem einfach alles Kindgerecht und auf Bildung der jungen Menschen angelegt ist. Dort gibt es Spielzeug, dass ganz speziell Kinder zwischen 1 und 3 Jahre fördert und so speziell ist, dass Eltern es sich für die zwei Jahre kaum anschaffen werden.</p>
<p>Hochstühle sind zuhause sicher eine gute Idee. Schließlich ermöglichen sie es, dass auch kleine Kinder schon an den gemeinsamen Mahlzeiten am Erwachsenentisch teilnehmen können. In der Kita kann man dagegen darüber nachdenken, die Tische niedrig genug zu planen, dass Kinder sich selbst ohne Hilfe setzen können.</p>
<div id="attachment_125" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-125 " title="2012-02-18_Didacta_2_240x320" src="http://www.quantenmeinung.de/wp-content/uploads/2012/02/2012-02-18_Didacta_2_240x320.jpg" alt="kleine Forscher" width="240" height="320" /><p class="wp-caption-text">Hier können Kinder Naturwissenschaft spielerisch begreifen.</p></div>
<p>Ein für mich spannendes Thema war Naturwissenschaft mit kleinen Kindern. Die Stiftung <a href="http://www.haus-der-kleinen-forscher.de/">Haus der kleinen Forscher</a> zum Beispiel wird vom Bund gefördert. Sie erarbeitet Konzepte, mit denen man Kinder an Naturwissenschaftliche Themen heranführen kann, ohne groß eine offizielle Lerneinheit zu machen. Mit Alltagsgegenständen kann man Kinder zu freien Experimenten anregen.</p>
<p>Am Stand der Stiftung konnte man versuchen, aus einem Stück Papier ein Boot zu bauen, das möglichst viele Muttern mindestens drei Sekunden lang über Wasser hält. Das ist auch für Erwachsene ein lustiges Spiel und die Mitarbeiterinnen der Ausstellung haben es geschickt eingesetzt um Interessierte zu binden und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.</p>
<p>Auch Bundes- und Landesämter hatten ihre Stände auf der Didacta. Vom <a href="http://www.km.bayern.de/">Bayerischen Kultusministerium</a> habe ich mir nur einen Stoffbeutel mitgenommen. Ich wollte schon immer mal eine Tasche mit Bayerischem Staatswappen haben. Der Stand des Verfassungsschutzes konnte mein Interesse noch weniger wecken. Da fand ich folgendes Bundesamt schon interessanter.</p>
<div id="attachment_127" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><img class="size-full wp-image-127 " title="2012-02-18_Didacta_4_210x280" src="http://www.quantenmeinung.de/wp-content/uploads/2012/02/2012-02-18_Didacta_4_210x280.jpg" alt="BfS" width="210" height="280" /><p class="wp-caption-text">Der Stand des Bundesamtes für Strahlenschutz</p></div>
<p>Ich selbst diskutiere ja gerne über Atomkraft, genauer <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/quantenwelt/ber-den-tellerrand/2011-03-26/kernenergie-ist-die-natur-beherrschbar">über die Endlagerfrage</a> und habe mich gefreut, einen Stand des <a href="http://www.bfs.de/bfs">Bundesamtes für Strahlenschutz</a> zu finden. Die sind mit dem Betrieb vorhandener Endlager für schwach radioaktiven Abfall zuständig, sie müssen die Stilllegung der Asse organisieren, und sie werden nach einer sicheren Lösung zur Endlagerung von stark radioaktiven Abfällen suchen. Ich habe mich mit Broschüren eingedeckt und werde eventuell berichten.</p>
<p>Weitere Themen diese Standes waren für mich eher uninteressant, dürften aber bei Laien auf Interesse gestoßen sein. So konnte man sich über künstliche und natürliche Strahlenexposition informieren und die Strahlung des mitgebrachten Handys messen lassen.</p>
<div id="attachment_126" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-126" title="2012-02-18_Didacta_3_320x240" src="http://www.quantenmeinung.de/wp-content/uploads/2012/02/2012-02-18_Didacta_3_320x240.jpg" alt="" width="320" height="240" /><p class="wp-caption-text">Auf der Bildungsmesse ging es um Bildungsthemen vom Kindergarten über Schule bis zur Hochschule und beruflichen Weiterbildung.</p></div>
<p>Über weite Teile der Messe hatte ich das Gefühl in einem Buchladen zu sein. Überall konnte man Lehrbücher, Fachbücher und Kinderbücher besichtigen und kaufen.</p>
<p>Vielleicht war auch das ein Grund, warum ich den Besuch auf der Messe so genossen habe. Ich halte mich gern in Buchhandlungen auf und ich hätte zwei Drittel der Bücher kaufen und lesen wollen. Dann allerdings hätte ich nicht nur eine neue Wohnung gebraucht, ich hätte auch den Job aufgeben müssen um die Zeit zu lesen zu finden.</p>
<p>Für mich war die Messe ein voller Erfolg. Für die mich begleitende Pädagogin sowieso. Nächstes Mal kommen wir gerne wieder.</p>
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		<title>Kinder kriegen die Leute sowieso</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 17:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Adenauerzitat in der Überschrift scheint auf dem ersten Blick falsch zu sein. Schon seit ich mich erinnern kann, uns das ist eine ganze Weile, sorgen sich Menschen über rückläufige Geburtenraten in Deutschland. So lange wird auch schon diskutiert, wie die &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/kinder-kriegen-die-leute-sowieso/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Adenauerzitat in der Überschrift scheint auf dem ersten Blick falsch zu sein. Schon seit ich mich erinnern kann, uns das ist eine ganze Weile, sorgen sich Menschen über rückläufige Geburtenraten in Deutschland. So lange wird auch schon diskutiert, wie die Geburtenraten durch Anreize erhöht werden können. Zuletzt gab es von Teilen der <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-demografie-ruecklage-unions-politiker-planen-hoehere-abgaben-fuer-kinderlose/6204890.html">Union einen Vorstoß, eine Art Strafgeld, eine Sonderabgabe, für Kinderlose</a> einzuführen. Zwei Kinder als staatliche Norm, wer darunter bleibt muss zahlen.</p>
<p>Dass man das auch anders sehen kann, nämlich als eine solidarische Zahlung mit der Kinderlose nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip den Familien mit Kindern unter die Arme greifen, ist mir klar.<span id="more-122"></span> Aber zum einen gibt es diese Form der Solidarität schon. Durch Familienversicherung in der Krankenkasse, durch Steuerfreibeträge für Familien und durch Kindergeld, Erziehungsgeld, Elterngeld. Zum anderen ist es falsch, solche Zahlung wie eine Gebühr für falsche Lebensplanung aussehen zu lassen.</p>
<p>&#8220;Kinder kriegen die Leute sowieso&#8221; könnte man besser als ein Ziel formulieren. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Leute Kinder sowieso bekommen. In der Menschen mit und ohne Kinder sich nicht als Konkurrenz sehen, sondern die Lebensplanung der jeweils anderen akzeptieren. Der Reproduktionsmediziner Elmar Breitbach bezeichnet Kinderkriegen als <a href="http://www.wunschkinder.net/aktuell/gesellschaft/politik/finanzielle-abgabe-fur-kinderlose-5035/">ein zutiefst egoistisches Projekt zweier Menschen, welches zufällig auch wirtschaftlich und gesellschaftlich von Vorteil ist</a>. Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass er das nicht als einen Vorwurf sieht. So sollte es sein. Kinder kriegen, nicht weil die Gesellschaft das fördert oder das fordert, sondern weil das Paar dazu bereit ist und gerne Kinder möchte.</p>
<p>Familienpolitik darf deshalb meines Erachtens nicht diskriminieren. Es gibt viele Gründe, keine Kinder zu haben. Viele Menschen sind ungewollt kinderlos, für die ist alles was wie Strafabgabe aussieht ein Schlag ins Gesicht. Aber auch Menschen, die sich aus freien Stücken gegen Kinder entscheiden, dürfen nicht verurteilt werden. Auch sie leisten oft wertvolles für die Gesellschaft.</p>
<p>Ich habe ganz bewusst Gesellschaft geschrieben und nicht Staat. Denn viele von uns können ganz ohne nach staatlicher Förderung zu rufen etwas für gute Familienpolitik tun. Personalverantwortliche müssen darauf achten, die Familiensituation von Bewerberinnen und Bewerbern nicht als Ausfallrisiko zu sehen. In Auswahlgremien beteiligte können die anderen auf mögliche Diskriminierung hinweisen. Chefs sollten versuchen, ihren Mitarbeitern die Vereinbarung von Arbeit und Familie leicht zu machen. Nachbarn sollten Verständnis für Kinder und deren Bedürfnis zu spielen nehmen. Auch wenn&#8217;s mal etwas lauter ist.</p>
<p>Aber das Problem in der angestoßenen Debatte sind natürlich die Renten. Ist es denn möglich bei eventuell trotz Kinderfreundlichkeit niedrig bleibender Geburtenrate die Versorgung älterer Mitmenschen zu ermöglichen? Selbst dann, wenn die Lebenserwartung immer höher wird? Ich bin da sehr zuversichtlich. Man muss nur mal auf die Realwirtschaft sehen.</p>
<p>In der Realwirtschaft geht es nicht um Geld sondern um Waren. Die Frage ist dann: Schaffen wir es mit einem sinkenden Anteil von Menschen im erwerbsfähigen Alter genügend Güter zur Versorgung aller zu gewährleisten? Dabei geht es natürlich nicht um das nackte Überleben, sondern um einen angemessenen Anteil an der Gesamtproduktion für Menschen mit Rentenansprüchen.</p>
<p>In Anbetracht der hohen Produktivität ist die Antwort vermutlich positiv. Es sollte auch bei sinkender Geburtenrate und wachsender Lebenserwartung möglich sein, langfristig die Renten zu sichern. Eine Teil des Problems kann man abpuffern, indem man mehr Menschen in Arbeit bringt, durch Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Einen Teil, indem man Menschen die sich unter gegebenen Umständen für Familie und gegen Erwerbsarbeit entscheiden, ermöglicht beides unter einen Hut zu bringen. Einen weiteren Teil kann man durch wachsende Produktivität abfedern, also indem das selbe Volumen von Produkten bei geringerem Einsatz menschlicher Arbeitskraft entsteht.</p>
<p>Das Rentensystem als eine Geldzahlung für Menschen, die ihr Erwerbsleben abgeschlossen haben und sich zur Ruhe setzen, spielt in erster Linie die Rolle eines Verteilungsschlüssels. Wem steht welcher Anteil am Volkseinkommen zu? Wenn genügend Lebensmittel und Luxuswaren zur Verpflegung stehen, geht es bei der Rente um einen gerechten Verteilungsschlüssel. Gerechtigkeit ist immer sehr subjektiv. Wer durch Einführung eines neuen Schlüssels weniger bekommt, fühlt sich ungerecht behandelt. Wer mehr bekommt, hält das selten für ein Geschenk und sieht die Gerechtigkeit dahinter.</p>
<p>Sicher wird das Rentensystem sich verändern. Die Lebenskonzepte von heute unterscheiden sich stark von denen aus den fünfziger Jahren, in denen das Rentensystem entstand. Deshalb glaube ich nicht, dass es ewig Bestand haben wird. Aber ich glaube nicht, dass die niedrige Geburtenrate das Problem ist. Die Bevölkerungsdichte ist groß genug. Viel wichtiger ist es die Kinder zu fördern, die die Leute sowieso kriegen. Wenn die Kinder gute Bildungschancen haben, dann klappts auch mit den Renten.</p>
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		<title>Evolution oder Gender? Beides!</title>
		<link>http://www.quantenmeinung.de/2012/02/evolution-oder-gender-beides/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 10:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Da mir nun schon zum zweiten Mal unterstellt wurde, ich würde die Evolutionstheorie leugnen, wenn ich über Gender schreibe, muss ich hierzu mal Stellung nehmen. Evolution und Gender sind keine Gegensätze. Man kann die Evolution für die richtige Erklärung zur &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/02/evolution-oder-gender-beides/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da mir nun schon zum zweiten Mal unterstellt wurde, ich würde die Evolutionstheorie leugnen, wenn ich über Gender schreibe, muss ich hierzu mal Stellung nehmen.</p>
<p>Evolution und Gender sind keine Gegensätze. Man kann die Evolution für die richtige Erklärung zur Entstehung der Arten halten und zugleich der Ansicht sein, dass es eine soziale Komponente der Geschlechtlichkeit gibt. Man kann sogar der Ansicht sein, dass Geschlechterunterschiede überwiegend gesellschaftlich bestimmt sind, ohne damit die Evolutionstheorie in Frage zu stellen.<span id="more-116"></span></p>
<h2>Das Jäger-Argument</h2>
<p>In seinem anti-feministischen Blog, <em>Alles Evolution</em> gibt Christian ein Beispiel, wie <a href="http://allesevolution.wordpress.com/2012/01/27/entwicklung-der-unterschiede-zwischen-den-geschlechter-im-rahmen-der-evolution/">er Genderunterschiede evolutionär erklärt</a>. Solche Erklärungen sind sehr verbreitet: Männer jagen mit Speeren und deshalb müssen sie auch besser räumlich denken können als Frauen, die zuhause die Höhle putzen.</p>
<p>Diese Erklärung hat mindestens drei Haken:</p>
<p><strong>Haken 1:</strong> Mit diesem Schema kann man alles erklären. Man kann zum Beispiel evolutionär begründen, warum Menschen dieses praktische dritte Auge am Hinterkopf haben. In grauer Vorzeit war es bei der Flucht vor Säbelzahntigern sehr hilfreich, den rückwärtigen Raum im Auge zu behalten. Auch wenn dieses Auge viel weniger Detailreich sehen kann als die vorderen Augen. Du hast so ein Auge nicht? Ich auch nicht. Aber wenn sich im laufe der Evolution solch ein Auge bei Säugetieren entwickelt hätte, dann hätte es sich bestimmt durchgesetzt.</p>
<p>Man sieht hier sehr schön: Nicht alles, was für die Erhaltung einer Art hilfreich ist, wird in der Natur auch realisiert. Wir können nicht davon ausgehen, dass jedes Lebewesen für seine Umgebung optimal gerüstet ist. Evolution erklärt die Entstehung von Artmerkmalen durch zufällige Mutation und natürliche Auslese. Damit die Natur ein Merkmal wie drittes Auge oder männliches räumlich Denken auslesen kann, muss es sich erstmal durch Mutation zufällig entwickelt haben.</p>
<p><strong>Haken 2:</strong> Das zielsichere Speerwerfen und räumliche Denken ist Männern gar nicht angeboren, es wird erlernt. Ich zum Beispiel könnte nicht einfach so bei Hagenbeck (so heißt bei uns der Zoo) einen Elefanten mit einem Speer erlegen. Ich müsste es lernen und dann recht lange üben. Wenn also Männer im Schnitt etwas besser in räumlichen Denken sind als Frauen, dann könnte es auch daran liegen, dass sie das in Kindheit und Jugend besser trainieren, weil es von ihnen stärker erwartet wird.</p>
<p><strong>Haken 3:</strong> Bei Geschlechterunterschieden wird oft übersehen, dass Männer und Frauen keine verschiedenen Arten sind. Wenn eine Frau zum Beispiel zufällig mit einer genetisch bedingt besonders ausgeprägten Gabe für mathematisches Denken ausgestattet ist, wird sie diese Gabe in der Regel nicht nur an Töchter, sondern auch an Söhne weitergeben. Das natürliche Auslese-Argument muss also nicht nur erklären, warum eine Fähigkeit für ein Geschlecht von Vorteil ist, sondern auch warum ein Geschlechterunterschied von Vorteil ist. Das gelingt meist nur mühsam. Bei Christian durch ein Sparsamkeitsargument.</p>
<p>Und auch wenn ein Geschlechterunterschied von Vorteil wäre, ist das kein Garant dafür, dass ein solcher auch entsteht. Schließlich funktioniert Mutation nicht zielgerichtet. Den statistischen Aspekt der Evolution sollte man nicht außer Acht lassen.</p>
<p>Evolution erklärt zwar die Mechanismen, unter denen sich Lebewesen entwickeln, sie kann aber nicht deterministisch voraussagen, dass sich eines Tages spärlich beharrte Primaten entwickeln müssen, bei denen die Weibchen im Schnitt etwas kleiner und etwas besser in Mathematik sind.</p>
<h2>Evolution schafft Gender</h2>
<p>Tatsächlich gibt es eine einfache evolutionäre Erklärung dafür, dass es auch sozial erlernte Geschlechterrollen gibt. Fast alle Säugetiere, vor allem solche, die in Gruppen leben, lernen einen Teil ihrer Verhaltensmuster durch Nachahmen und gezielte Erziehung durch die älteren Tiere.</p>
<p>Die Fähigkeit, Verhaltensweisen zu erlernen, hat sich als so vorteilhaft erwiesen, dass sie bei vielen kaum miteinander verwandten Arten vorkommt. Raubvögel in Mitteleuropa haben es gelernt, Autobahnen und Landstraßen nach totgefahrenen Tieren abzusuchen. Katzen, die in Wohnungen aufgewachsen sind, können in der Regel keine Mäuse töten und fressen diese auch nicht. Der Jagdtrieb ist Katzen zwar angeboren, das Töten und Fressen von Kleintieren müssen sie jedoch lernen und trainieren.</p>
<p>Die Fähigkeit, Verhaltensweisen an die Umwelt auszurichten, haben auch Menschen. Menschenkinder lernen Verhaltensweisen ganz natürlich durch Nachahmung und durch Ausprobieren. Verhalten, das belohnt wird, wird verstärkt, bestraftes oder ignoriertes Verhalten wird seltener. Das führt unweigerlich zur Annahme sozial bedingter Rollen.</p>
<p>Natürlich nicht nur Genderrollen. Auch die Geschwisterkonfiguration hat Einfluss auf menschliches Verhalten. Jüngere Geschwister nehmen in Familien eine andere Rolle ein als ältere und verhalten sich auch außerhalb der Familie oft anders.</p>
<p>Die Evolution hat dazu geführt dass Menschen (und nicht nur die) fähig sind, Verhaltensweisen anzunehmen, die nicht genetisch Determiniert sind. Solche erlernten Verhaltensweisen können auch geschlechtsspezifisch sein, es macht deshalb Sinn, das soziale Geschlecht Gender argumentativ vom körperlichen Geschlecht Sex zu trennen. Auch wenn diese Trennung grob ist und es oft unmöglich ist erlerntes von angeborenem Verhalten zu unterscheiden.</p>
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		<title>Google und der böse Nachbar</title>
		<link>http://www.quantenmeinung.de/2012/01/google-und-der-bose-nachbar/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:19:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum hatte ich meinen Blogpost zur individualisierten Werbung fertig, bekam ich Post von Google. Am ersten März träte eine neue Google-Datenschutzbestimmung in Kraft. Es wird nicht mehr für jedes Produkt eine, sondern für alle Produkte dieselbe Bestimmung geben. Damit setzt Google &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/google-und-der-bose-nachbar/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum hatte ich meinen<a title="Nicht ohne meine Werbung" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/nicht-ohne-meine-werbung/"> Blogpost zur individualisierten Werbung</a> fertig, bekam ich Post von Google. Am ersten März träte eine neue <a href="http://www.google.com/policies/privacy/">Google-Datenschutzbestimmung</a> in Kraft. Es wird nicht mehr für jedes Produkt eine, sondern für alle Produkte dieselbe Bestimmung geben.</p>
<p>Damit setzt Google das um, was ich in meinem Posting schon vorweggenommen habe:<span id="more-111"></span> Individualisierte Werbung auf Webseiten, die Google-Werbung einsetzen, kann sich nun auf Daten stützen, die aus meinem Mail-Account oder aus Google+ gewonnen wurden. Ich erlaube durch meine weitere Teilnahme an Googlediensten, dass Google alle Daten, die es von mir hat zu einem Gesamtbild zusammenfasst.</p>
<p>Ich erlaube außerdem, dass Google das Bild von <a href="http://plus.google.com/110087710525609321493/about">meinem Profil</a> nimmt, und es anderen Nutzern von Googlediensten zeigt, wenn ich mit ihnen in Kontakt trete. Sei es durch e-mail, oder indem ich auf dem Google-Dienst Blogger Kommentare hinterlasse.</p>
<p>Man könnte Google vorwerfen, dass es uns keine Wahl gibt. Tatsächlich gibt es keine Möglichkeit, bei den alten, produktspezifischen Datenschutzbestimmungen zu bleiben. Wir müssen uns ab März mit den neuen Bedingungen zufrieden geben oder wir müssen einige oder alle Produkte von Google kündigen. Ich werde die erste Möglichkeit wählen. Nicht weil ich mich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen lasse, sondern weil ich ohnehin nur solche Daten an öffentliche Googledienste gebe, die ich preiszugeben bereit bin. Meine Mails bleiben weiterhin nicht öffentlich.</p>
<p>Man könnte einwenden, Google nutze hier eine enorme Marktmacht aus und man könne ihm nicht entkommen. Das stimmt aber so nicht. Es ist verhältnismäßig einfach, Googles Datengier zu entgehen. Für Mailservice stehen Telefon- und Onlinedienstleister in großer Zahl bereit, als soziales Netzwerk bietet sich Facebook an, das sowieso größer ist als Google+, und die Google-Suche kann man unpersonalisiert nutzen, indem man einfach die Cookies für Google-Dienste sperrt. Alles kein Problem.</p>
<p>Ich bin gespannt, was sich am März ändern wird.Suchergebnisse werden vermutlich noch weniger vergleichbar sein als bisher. Das könnte Suchmaschinenoptimierer ärgern, die jetzt nicht mehr einfach ein Ranking von Webseiten zu einem Suchwort erstellen können. Was die einzelnen Surfer unter einem Suchwort finden, wird noch stärker als bisher von der Person abhängen. Es wird bei Nutzern von Google-Mail vielleicht auch von den Inhalten der Mail-Korrespondenzen abhängen.</p>
<p>Das alles mag erschreckend an Big Brother erinnern. Google weiß alles über uns. Aber der entscheidende Punkt ist: Nicht neugierige Menschen stecken hinter der Suchmaschine, sondern gleichgültige Maschinen. Der Google-Suchalgorithmus interessiert sich nicht für uns als Menschen, er ordnet uns blind Suchergebnisse zu. Eine gleichgültige Maschine, die vieles über uns weiß, ist faktisch weniger bedrohlich als ein neugieriger, eventuell böswilliger Nachbar, der wenig weiß aber viel vermutet.</p>
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		</item>
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		<title>Männerrechtsbewegung: Größtenteils harmlos</title>
		<link>http://www.quantenmeinung.de/2012/01/mannerrechtsbewegung-grostenteils-harmlos/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 19:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[sonstiges]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.quantenmeinung.de/?p=98</guid>
		<description><![CDATA[Nachdem ich im Artikel Gender sells bereits auf das Interview mit dem Autor verwiesen habe, habe ich es nun geschafft die Studie selbst zu lesen. Ich rede von der Expertise Die antifeministische Männerrechtsbewegung von Hinrich Rosenbrock, die frei zum Download erhältlich ist. &#8230; <a href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/mannerrechtsbewegung-grostenteils-harmlos/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich im Artikel <a title="Gender sells" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/gender-sells/">Ge</a><a title="Gender sells" href="http://www.quantenmeinung.de/2012/01/gender-sells/">nder sells</a> bereits auf das <a href="http://www.boell.de/demokratie/geschlechter/feminismus-geschlechterdemokratie-vernichtungsphantasien-gegen-feminismus-13821.html">Interview mit dem Autor</a> verwiesen habe, habe ich es nun geschafft die Studie selbst zu lesen. Ich rede von der Expertise <a href="http://www.boell.de/publikationen/publikationen-antifeministische-maennerrechtsbewegung-13838.html">Die antifeministische Männerrechtsbewegung</a> von Hinrich Rosenbrock, die frei zum Download erhältlich ist.</p>
<p>In dieser Expertise gibt der Autor einen Überblick über die Männerrechtsbewegung, wie sie uns in Kommentaren und Internetforen begegnet. Er gibt eine Übersicht üder die Protagonisten, ihre Argumentationsstruktur und ihren Organisationsgrad. Außerdem gibt er Tipps zum möglichen Umgang mit den maskulinistischen Trollen.<span id="more-98"></span></p>
<p>Der Text beschäftigt sich im Schwerpunkt mit den Vereinen <em>agens</em> und <em>MANNdat</em> sowie mit der Internetplattform <em>wgvdl.com</em>. Ich kannte keine dieser Formationen zuvor mit Namen, aber mir kommen die Inhalte und die Formen des Auftretens in den Beispielen sehr bekannt vor. Die von Rosenbrock geschilderten Argumentationsmuster sind mir im eigenen und in anderen Blogs begegnet.</p>
<p>Die Männerrechtsbewegung sieht sich als eine Art Widerstandsbewegung gegen eine frauendominierte Welt, in der Gendertheorien, Gender-Mainstreaming und Feminismus die Herrschaft übernommen haben. Dabei scheinen sie sich als Fürsprecher aller, zumindest eines großen Teils der Männer zu verstehen. Diesem Selbstverständnis stellt Rosenbrock Studien über das tatsächliche Rollenverständnis von Männern gegenüber. Aus diesen Studien wird deutlich, dass die Männerrechtsbewegung nur für einen kleinen Teil der Männer sprechen kann. Selbst Männer, die eine sehr klassische Rollenverteilung als Alleinverdiener leben, wünschen sich mehrheitlich eine gleichberechtigte Partnerin und fühlen sich nicht von der Frauenbewegung diskriminiert oder gar unterjocht.</p>
<p>Dazu kommt, dass die behauptete Frauendominanz im klaren Widerspruch zu den tatsächlichen Machtverhältnissen steht. So sind gut 2/3 des Bundestags männlich und in den Vorständen großer Unternehmen ist der Frauenanteil bekanntlich auch weit von 50% entfernt.</p>
<p>Die Argumentationsstruktur der Antifeministen ist für Verschwörungstheoretiker im Internet geradezu typisch. Zum einen besteht sie aus persönlichen Beleidigungen gegen den vermeintlichen Feind, Rosenbrock nennt es <em>hate speech</em>. Zum anderen werden vorhandene Forschungsergebnisse passend uminterpretiert, Statistiken verbogen und dem eigenen Standpunkt entgegenstehende Fakten ignoriert.</p>
<p>Interessant ist der Abschnitt, in dem Rosenbrock den Überlapp der Anti-Feministen mit der extremen und neuen Rechten untersucht. Fazit: Überlapp ist zwar vor allem mit der neuen Rechten vorhanden aber die Schwerpunkte sind unterschiedlich gesetzt. Anti-Feminismus ist in der rechten Bewegung vorhanden hat aber nicht den Stellenwert, wie bei den hier betrachteten Gruppierungen. Homophobie und Rassismus, die für die Rechten typisch sind, finden sich nicht durchgehend bei der Männerrechtsbewegung.</p>
<p>Ein Kapitel widmet Rosenbrock den Interventionen der Bewegung in Online-Foren von Tageszeitungen und findet, dass diese bei <a href="http://www.spiegel.de/">Spiegel Online</a> recht häufig sind. Offenbar wird von der Plattform wgvdl.com häufig zur Intervention im <a href="http://forum.spiegel.de/">Spiegel-Online-Forum</a> aufgerufen und Anti-Feministische Postings sind dort recht häufig. In Foren anderer Tageszeitungen treten die Männerrechtler auch, aber deutlich seltener auf.</p>
<p>Hier glaube ich, dass Rosenbrock die politische Relevanz solcher Foren überschätzt. Vielleicht tun das die Protagonisten der Männerrechtsbewegung auch und sie versuchen hier tatsächlich politischen Druck auszuüben. Faktisch wird aber kaum jemand Schlammschlachten in Internetforen ernst nehmen. Dass solch ein Forum ein wichtiger Ort demokratischer Meinungsbildung sei, halte ich für fragwürdig.</p>
<p>Rosenbrock schließt seine Expertise mit Hinweisen zum möglichen Umgang mit der antifeministischen Männerrechtsbewegung. Hier möchte ich ihn selbst zu Wort kommen lassen:</p>
<blockquote><p>Bevor man sich auf eine Diskussion einlässt, ist es hilfreich, sich zu vergewissern, dass man genügend Zeit und Vorkenntnisse für diese hat. Meistens hilft eine ruhige und sachliche Herangehensweise weiter.</p></blockquote>
<p>Insgesamt hat mich die Schilderung der Männerrechtsbewegung stark an eine andere Verschwörungstheorie, mit der ich viel zu tun hatte, erinnert: Die Anti-Relativisten haben sich zum Ziel gesetzt, einer Verschwörung in der Physik entgegenzutreten, die die Relativitätstheorie seit 1920 mit Gewalt durchsetzt und am Leben erhält. Die Männerrechtler kämpfen mit ähnlich dünnen Argumenten gegen die Frauenherrschaft wie die Anti-Relativisten gegen die weltweite Physikerverschwörung.</p>
<p>Mein Fazit nach Lektüre von Rosenbrocks Expertise ist, dass die antifeministische Männerrechtsbewegung größtenteils harmlos ist. Dennoch ist die Lektüre empfehlenswert, wenn man mit dieser Bewegung in Berührung kommt. Hier nochmal der Link:</p>
<p><a href="http://www.boell.de/publikationen/publikationen-antifeministische-maennerrechtsbewegung-13838.html">Die antifeministische Männerrechtsbewegung</a></p>
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