Was ist Twitter?

Dass ich auf Twitter bin, stößt oft auf Unverständnis. „Das braucht doch keiner?“ „Auf 140 Zeichen bekommt man eh keine wichtigen Informationen hin.“ „Wozu soll das gut sein?“

Twitter ist vermutlich für alle anders, aber vielleicht kann ich es kurz erklären.

 

Was ist Twitter?

Technisch ist Twitter einfach ein Kurznachrichtendienst, der es ermöglicht Nachrichten mit einer Maximallänge von 140 Zeichen auszutauschen. Ich melde mich mit einem Nutzernamen an (meiner ist @quantenwelt) und kann beginnen, eine Liste mit Teilnehmern zu erstellen, von denen ich Nachrichten empfangen möchte. Diese Teilnehmer können private Bloggerinnen und Blogger sein, die ihre neuen Blogbeiträge verlinken, oder sie können Redaktionen von Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern vertreten, die ihre neuen Beiträge im Netz oder ihre kommenden Sendungen ankündigen. Füge ich solche Nutzer meiner Liste zu, so bekomme ich immer die neusten Nachrichten, frisch veröffentlichte Zeitungs- und Blogartikel und Hinweise auf das laufende Programm. Sogar einen Dienst, der mir jede volle Stunde ansagt, gibt es.

Twitter ist ein Nachrichtensammler.

Da ich selber Blogger bin, belasse ich es natürlich nicht dabei, nur Hinweise anderer zu lesen. Ich stelle selbst Verweise meiner neusten Ergüsse in Twitter ein. Mit „Frisch gebloggt:“ fangen diese Nachrichten oft fast immer an. Wenn ich auf die Aufrufstatistiken meiner Blogs gucke, scheinen mittlerweile sehr viele Lesende über Twitter zu kommen. Zumindest in den ersten Stunden.

Twitter ist PR.

Zum Verbreiten von Texten eignet sich Twitter hervorragend, weil Menschen mich ganz gezielt in ihre Leseliste aufnehmen können, wenn sie sich für meine Texte interessieren. Das führt direkt zu einer weiteren Anwendung: Weil sich viele meiner Follower (also die, die mich auf ihrere Leseliste haben) für meine Blogs interessieren und sie mir direkt antworten können, kann ich über Twitter neue Blogideen antesten. Ich kann zum Beispiel direkt nachfragen, wer sich für ein Thema interessiert: „Wollt ihr was zu Higgs-Bosonen lesen?“ oder ich kann versuchen, zu provozieren und sehen, welche Antworten ich bekomme:

Ich kann eine mögliche Überschrift einfach tweeten und sehen, wie meine Follower reagieren:

Oder ich kann ganz direkt nachfragen:

 

Twitter ist ein Testbed für Blogideen.

Nachrichtensammler, PR-tool, Testbed. Das sind einige der sinnvollen Anwendungen, die ich persönlich für Twitter habe. Dann gibt es noch die nicht so sinnvollen, wie Unsinn reden und miteinander scherzen oder Smalltalk halten. Und natürlich lerne ich dort Menschen kennen, von denen ich einige auch schon im sogenannten Reallife treffen konnte.

Aber mal was anderes: Ist Twitter oder das gesamte Internet eigentlich ein Ort? Darüber diskuieren wir im Kneipenlog: Ist das Netz ein Nicht-Ort?

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